Der zwölfte Monat

Und…. kein Baby mehr! Puh… ich muss zugeben, ich hatte richtig Bammel vor dem Tag an dem unser Babymädchen kein Babymädchen mehr sein wird. Das erste Jahr ist von einer ganz eigenen Magie umgeben. Es gibt so viele erste Male, alles ist einzigartig. Und man hat einen unsichtbaren Schutzraum um sich. Es ist das erste Jahr allgemein anerkannt, wenn man zuhause für das kleine Wesen da ist und die Mehrheit akzeptiert heutzutage – wenn auch manchmal widerwillig – Stillen, Tragen und Familienbetten bis zum ersten Geburtstag. In vielen Köpfen ist dann mit Überschreiten der magischen Ein-Jahres-Grenze Schluss damit. Doch das Gefühl bleibt eigentlich das gleiche.

Familie

Naja. Meine Prüfungsphase für das Examen läuft gerade und zerrt an allen Nerven. Ich selber bin fertig zum Umfallen. Wenn die Kleine Mittagsschlaf macht (haha… eine halbe bis anderthalb Stunden täglich also) versuche ich zu lernen und Haushaltssachen zu machen, die mit ihr einfach schlecht gehen. Und das gleiche nach dem Abendessen noch einmal für eine bis zwei Stunden, während die Großen und der Papa für Freude sorgen. Dann hilft nichts mehr, weil das Baby stillen und schlafen will. Selbst dann, wenn das Baby schläft, schnappe ich mir noch ein Buch und versuche meinen vom Tag matschigen Kopf zu füllen, bevor ich wirklich gar nicht mehr kann und einfach nur noch auf mein Kopfkissen falle. Wenn man nicht wüsste, dass es vorbei geht, würde man es nicht aushalten; aber so ist es ein Durchschleppen auf das Ende hin.

Die anderen leiden mit. Man merkt es, wenn man genau hinsieht. Sebastian ist gefühlt häufiger krank, der eine klagt über Bauchschmerzen, um so seinen Stress loszuwerden, während der nächste wiederum ganz anders reagiert und plötzlich viel älter und selbstständiger wirkt und mein Babymädchen wird anhänglicher.

Lewis hatte in der „Ritt nach Narnia“ schon Recht, als er beschreibt, wie die beiden Pferde durch die Wüste galoppieren und schon glauben, alles zu leisten, was sie können. Doch erst als ein Löwe hinter ihnen her ist, geben sie wirklich alles.

[Ich schreibe diese Zeilen im Rückblick, denn dazwischen hatte ich wirklich so gut wie keine Zeit]

Entwicklung

Noa hat Zähne :-) Sogar mehrere. In den letzten fünf Wochen kamen vier Stück. Wir habe es kaum gemerkt. Sie war zwar etwas unruhiger als sonst, aber das lag vielleicht mehr an dem ganzen Stress als an den Zähnen. Nun kann sie wesentlich besser abbeißen, was sie gleich an mehreren meiner Lernkarten zeigen musste.

Und sie steht frei. Nach dem Krabbeln und Hochziehen vor über vier Monaten, war das nun wieder ein Riesensprung von jetzt auf gleich. Ich bin schon ganz gespannt, wann sie läuft. Ihre Geschwister waren jeweils kurz nach dem ersten Geburtstag soweit.

Dafür liebt sie Klettern wahnsinnig. Über alles muss geklettert werden. Letztens saß sie sogar auf dem Klavier, das über verschiedene andere Hindernisse hinweg erobert werden musste.

Schlafen

Was ist das? Nein, eigentlich könnte ich mich kaum beklagen. Sie schläft, wenn sie es denn tut, ziemlich fest und meckert selten vor Müdigkeit. ABER zum Lernen reicht der kurze Mittagsschlaf einfach nicht aus und auch nachts schläft sie erst spät ein und steht dann wieder mit mir auf, so dass sie circa bei elf Stunden pro Tag raus kommt. Ich habe nachgelesen, dass das Durchschnittsbaby in dem Alter 13-13,5 Stunden schlafend verbringt und auch ihre Geschwister machten damals noch zwei Schläfchen pro Tag. Naja. Man kann nicht alles haben. Aber ich krieche lerntechnisch auf dem Zahnfleisch.

Ernährung

Noa ist ein ziemlich unkomplizierter Esser. Sie probiert fast alles und isst sehr abwechslungsreich. Ihre Lieblinge sind immer noch Käse, Wurst und Obst. Wenn Papa auf sie aufpassen muss und gar nichts mehr geht, rettet gutes Essen ihre Laune fast immer.

Löffel und Gabel setzt sie mittlerweile experimentell ein. Meist serviere ich aber in Fingerfood-Form.

Und wir sind Langzeitstiller. Ich hätte es nie für möglich gehalten, weil ihre Geschwister meinen „Plan“ wenigstens einmal bis zum ersten Geburtstag zu stillen immer vorher beendeten, aber bisher ist es für uns beide angenehm. Ich sollte bloß nochmal mehr auf meine Ernährung schauen, weil so langsam alle Mineralreserven aufgebraucht zu sein scheinen. Jedenfalls hab ich diese Magnesiummangelflecken auf den Fingernägeln. Naja… wenn die Prüfungen vorbei sind und Ruhe eingekehrt ist. In der Öffentlichkeit versuche ich aber – manchmal bewusst, manchmal unbewusst – langsam weniger zu stillen.

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Spielen

Es ist Sommer und wenn es sich anbietet, ziehen wir vormittags nach unserer Putzrunde durch die Wohnung auf einen der Spielplätze. Besonders den Johannapark-Spielplatz lieben wir, weil er gleich bei uns um die Ecke ist. Spielplätze tun uns echt gut. Ich kann wenigstens für eine Stunde mal den Kopf ganz in Ruhe Fakten sortieren lassen und versuchen diese Stresskopfschmerzen loszuwerden, während Noa Enten und andere Kinder beobachtet oder im Sand buddelt, die Rutsche hinaufklettert oder Kniebeuge auf verschiedenen Untergründen übt. Danach ist sie oft so müde, dass sie einen wenigstens etwas längeren Mittagsschlaf macht.

Ganz toll findet sie auch Rutschautos aller Art und schwingt sich hinauf, wo auch immer sie eines finden kann. Letztens gab es deswegen Kleinkind-Baby-Streit auf dem Spielplatz. Danach haben wir erst einmal im Keller gesucht, wo unser altes ist. Als quasi vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Ihr eigentliches Geschenk ist noch unterwegs, weil ich ewig nicht dazu gekommen bin, es zu bestellen und es einige Wochen Lieferzeit braucht. Ich hoffe, dass es ihren Geschmack trifft und ich es im nächsten Monatsbeitrag vorstellen kann.

Unterwegs

sind wir viel. Die Sonne lacht, das Wetter könnte nicht besser sein. Und lernen kann ich mit Kind, das Beschäftigung sucht, auch nicht. Am liebsten nehme ich gerade die FlyClick von Fidella. Papa bevorzugt den Kinderwagen und zuhause nutzt er einen RingSling von Little Frog.

Was sonst noch passiert ist

Wir waren zu zwei Baby-Geburtstagspartys. Die ersten Mädels aus unserer Babygruppe sind ein Jahr alt geworden. Zusätzlich zu unseren normalen Babytreffen gab es da Kuchen, ein kleines Geschenk fürs Geburtstagskind und was die Kinder besonders interessant fanden: ein kleines Planschbecken und einen fliegenden Luftballon.

Außerdem haben wir einen Ausflug zum Tierpark Eilenburg mit der Kindergartengruppe der Großen gemacht. Der ist wirklich toll. Ich muss ihn euch auch mal noch vorstellen. An der Talsperre Kriebstein waren wir auch.

Und die U6 beim Kinderarzt hat Noa auch gemeistert. Alles tiptop entwickelt bei 8,6 Kilo und 74 cm.

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